Luis und Luis, die zwei ermordeten Gewerkschafter Barrancabermejas
24. Juli 2009Während die Schweiz vor der Ratifizierung eines Freihandelsabkommens mit Kolumbien steht, Bundesrätin Doris Leuthard den kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe in Bogotá für seine Politik der “demokratischen Sicherheit” lobt und bürgerliche Nationalräte eine Verbesserung der Menschenrechtslage durch “intensivere Handelsbeziehungen” erzielen wollen, legen ausgerechnet die USA, wichtigster Verbündeter Kolumbiens, den Abschluss eines Freihandelsabkommens auf Eis. Solange das systematische Morden, Vertreiben und Bedrohen von Gewerkschaftern anhält, so die Obama-Administration, ist nicht an Ratifizierung zu denken.
Seit 1986 wurden in Kolumbien über 2′500 Gewerkschafter ermordet und der Mord an zwei Aktivisten der Busfahrergewerkschaft Sincontrainder im Jahre 2001 reiht sich ein in diese unheimliche Serie. Warum müssen einfache Busfahrer, Familienväter, ihr Leben lassen für so triviale Forderungen wie Arbeitsverträge, Lohnerhöhungen oder eine Krankenversicherung? Ich begleite einen Anwalt und eine Psychologin der Corporación Compromiso nach Barrancabermeja, Ort des Geschehens.
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