Kein Brot für Öl
Der Biosprit-Boom in Kolumbien
WDR Fernsehen, SONNTAG 30.11.2008, 16.25 - 16.55 Uhr
Wiederholung: Freitag, 5. Dezember 2008, 9.20 - 9.50 Uhr
“Ich werde die Palmen fällen, denn Palmen kann ich nicht essen!”
Maria Ligia klingt entschlossen. Sie will ihr kleines Stück Land zurückhaben und dort wieder Yucca, Reis und Bananen anbauen. Wie Tausende anderer Kleinbauern wurde sie von ihrem Grund und Boden im Westen Kolumbiens von mächtigen Unternehmern gewaltsam vertrieben - illegal, aber geduldet von der kolumbianischen Regierung.
Jetzt wollen die Bauern zurück, aber auf ihren Feldern reiht sich inzwischen Palme an Palme, soweit das Auge
reicht. „Grüne Wüste” nennen sie die riesigen Plantagen. Der größten Teil des Palmöls wird nach Europa exportiert. Von Kolumbiens größtem Verladehafen Santa Marta nehmen Frachtschiffe Kurs auf Europa.
Agrodiesel soll in Kolumbien jetzt zur Nummer Eins der Ölpalmprodukte werden
Doch der größte Boom der Palme bahnt sich grade erst an, ausgelöst vom Treibstoffdurst der Industrieländer und deren Biospritbedarf. Agrodiesel soll in Kolumbien jetzt zur Nummer Eins der Ölpalmprodukte werden, die Anbaufläche der Palmen soll sich in den nächsten Jahren noch einmal verdoppeln, so plant es die Regierung und verspricht, dass die riesigen Monokulturen der Bevölkerung Arbeitsplätze und Wohlstand, Frieden und Entwicklung bringen würden. Aber schon jetzt explodieren in Kolumbien die Lebensmittelpreise und viele der ehemaligen Kleinbauern verelenden als schlecht bezahlte Tagelöhner auf den Plantagen. „Bei uns sterben Säuglinge an Unterernährung.”, erzählt Maria Ligia aufgebracht. Wer profitiert wirklich vom Biosprit-Boom in Kolumbien - und wer bleibt auf der Strecke?
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