CIA Bericht bestätigt Informationen kolumbianischer Menschenrechtsorganisationen: Verbindungen der Paramilitärs mit dem Militär beim CIA seit 1994 aktenkundig

Geheimdienstberichte in den USA freigegeben

Keine Überraschung bieten die Informationen jüngst freigegebener US-Geheimdienstberichte nach Einschätzung der Organisation kolko e.V. Seit vielen Jahren prangern Menschenrechtsorganisationen die engen Verbindungen zwischen Paramilitärs und den staatlichen Streitkräften in Kolumbien an. “Wir begrüßen es, dass diese Informationen der CIA nun öffentlich sind. Die Informationen der Berichte überraschen bei Menschenrechtsorganisationen allerdings niemanden. Es war außerdem undenkbar, dass die Verbindungen zwischen Paramilitärs und Streitkräften dem US-Geheimdienst verborgen geblieben sind.” so die Kolumbienexpertin Alexandra Huck von kolko e.V. “Die freigegebenen Berichte bestätigen, dass außergerichtliche Hinrichtungen schon seit langem durch die Beförderungspraxis der Streitkräfte begünstigt werden.” so Alexandra Huck weiter.

Die U.S.-amerikanische Nicht-Regierungsorganisation “National Security Archive” hat am Mittwoch Dokumente von US-Behörden öffentlich gemacht. Diese wurden jüngst freigegeben. In einem CIA-Bericht ist bereits 1994 zu lesen: “Die kolumbianischen Sicherheitskräfte bringen weiterhin Todesschwadronen im Rahmen ihrer Aufstandsbekämpfungsstrategie zum Einsatz. Das Militär ist bekannt dafür, linksgerichtete Zivilisten in Guerilla-dominierten Regionen zu ermorden und bei Angriffen gegen mutmaßliche Guerilla-Sympathisanten mit paramilitärischen Gruppen zu kooperieren, die ins Drogengeschäft verwickelt sind, sowie dafür, gefangen genommene Kombattanten zu töten”. (Übersetzung aus dem Englischen von kolko e.V.).

Weitere Berichte stellen den Bezug zu außergerichtlichen Hinrichtungen her. Die kolumbianischen Streitkräfte stehen seit Monaten wegen zahlreicher außergerichtlicher Hinrichtungen international massiv in der Kritik. In einem weiteren jetzt freigegebenen Dokument von 1994 berichtet der damalige US-Botschafter in Kolumbien, Myles Frechette, von der “body-count”-Mentalität bei karrierebewussten Offizieren der Streitkräfte: “Offiziere, die keine aggressive Guerilla-Bekämpfung (bei der die meisten Menschenrechtsverletzungen durch das Militär auftreten) vorweisen können, haben Nachteile, wenn Beförderungen anstehen.” Das kolumbianische Menschenrechtsnetzwerk “cceeu” berichtet von 1.200 Fällen außergerichtlicher Hinrichtungen in den letzten sechs Jahren. Die kolumbianische Regierung wurde im Rahmen der Staatenüberprüfung der Vereinten Nationen in Genf vor einem Monat von vielen Staaten aufgefordert, Maßnahmen gegen die außergerichtlichen Hinrichtungen zu ergreifen. Der deutsche Vertreter hatte trotz anhaltend hoher Zahlen in erster Linie die von der kolumbianischen Regierung ergriffenen Maßnahmen begrüßt.

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