Coca, Coca Cola y Cocaina

Endlich posten wir unser Kurzvideo von der Teilnahme an der Veranstaltung “Coca, Coca Cola y Cocaina” am 18.10.2008 an der Universidad Nacional (Bogotá) auf COMPROMISO MEDIOS.

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Durch wichtige Repräsentanten der Nasa-Indígenas werden wir in den Coca-Kult eingeführt. Sie erläutern uns die medizinische, religiöse und soziale Bedeutung des Coca-Blattes in ihrem Alltag. Coca heilt und dient als vitaminreiches (Über-) Lebensmittel, welches Müdigkeit und Kälte bei der Arbeit abhält.

Dann kommt der Übergang zum Coca Cola…vom “heilenden Inhalt” bis zur Distanzierung vom verteufelten Blatt. Von den Trademark-Kriegen gegen die Indígenas bis zu den Morden an Gewerkschaftern durch paramilitärische Gruppen.

“Drogenmissbrauch” ist ein Wort, das es in der Sprache der Nasa nicht gibt. Erst die Logik der kapitalistischen Ausbeutung und der Prohibition haben dieses Wort geschaffen. Die Gewalt, die durch den Handeln mit Kokain entstanden ist, macht ein gewichtiger Teil des Bürgerkriegs in Kolumbien seit den 80er Jahren aus. Die Kosten der Abwehr (USA, Mexiko, Europa) sind immens. Kolumbien ist neben Israel der höchste Empfänger an US-amerikanischer Militärhilfe. Der Plan Colombia bzw Plan Patriota ist ein Abkommen zwischen den USA und Kolumbien, das in erster Linie der Drogenbekämpfung dient. Gebracht haben die Milliarden an Dollar wenig: Heute werden (wie auch im Jahre 2000) immer noch 600 Tonnen Kokain exportiert (wobei ca. 50% in den südlichen Provinzen Nariño und Putumayo angebaut werden). Was bleibt ist die Militarisierung des Landes. Überall stehen schwer bewaffnete Soldaten. Sie sind zur Sicherheit der Bürger da, heisst es. Klar, schliesslich besuche ich ein Land wo auf 100 Einwohner 8 Schusswaffen kommen und jährlich 18′000 Menschen ermordet werden. Doch ist Militarisierung (mit der Folge, dass das Militär zusammen mit paramilitärischen Gruppen oft Hauptakteur bei Massakern ist) ein Lösung?

Was nach der Präsentation blieb, sind die Fragen: Wie kann man dem Drogenhandel Herr werden, ohne ein Verbot des Kokaanbaus? Wo ist die Grenze zwischen “Gebrauch” und “Missbrauch”? Was kann gegen die Musealisierung der indigenen Kultur gemacht werden?

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